Der erste Weltkrieg, die „Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts“ ist erst vor fünf Jahren zu Ende gegangen. Bei seinem Ausbruch 1914 standen die europäischen Nationen auf dem Höhepunkt ihrer Macht. Nach einem Jahrhundert der Industrialisierung sowie des beispiellosen wissenschaftlichen und technischen Fortschritts strotzte der Kontinent vor Reichtum und Selbstbewusstsein.
Weiterlesen >>>
[…] All dieser Glanz und Gloria, all der optimistische Fortschrittsglaube und überhebliche Dünkel der eigenen zivilisatorischen Überlegenheit waren im Trommelfeuer der Schützengräben in Asche gesunken. Eine ganze Generation war verheizt worden, drei Kaiserreiche gefallen – Russland, Österreich und Deutschland.
[…] Deutschlands Fall aber war der tiefste von allen. Als Hauptgegner der Entente-Mächte war ihm im Versailler Friedensvertrag offiziell die Schuld am Krieg gegeben worden, womit gewaltige Gebietsverluste und Reparationszahlungen einher gingen.
[…] Die erste deutsche Republik war von Beginn an mit dieser schweren Hypothek belastet: Sie war geboren worden aus dem militärischen Zusammenbruch, aus Niederlage und Schmach. Ihre Vertreter mussten die Suppe auslöffeln, die doch ganz andere dem Land eingebrockt hatten.
[…] Und jetzt, 1923, scheint es so weit zu sein. Eine Reihe von politischen und wirtschaftlichen Erdbeben erschüttert das Reich: Anfang des Jahres haben französische Truppen das Ruhrgebiet besetzt, um die schleppenden deutschen Reparationszahlungen selbst einzutreiben, und zwar in Naturalien: Kohle und Stahl.
[…] Durch die zusätzlichen Belastungen der Staatskasse im „Ruhrkampf“ wird die Inflation nun radikal beschleunigt und kippt in eine galoppierende Hyperinflation, welche die Ersparnisse ganzer Volksschichten vernichtet. Bald zahlt man Millionen und Milliarden Reichsmark für ein paar Kartoffeln oder einen Laib Brot…
Der gesamte Text in unserem Informationsdokument (PDF) >>
